Kontakte, Austausch und Auseinandersetzung von TheoretikerInnen und PraktikerInnen aus den Bereichen Architektur, Kunst und Denkmalpflege (18.-21. Jh)

Kontakte, Austausch und Auseinandersetzung von TheoretikerInnen und PraktikerInnen aus den Bereichen Architektur, Kunst und Denkmalpflege (18.-21. Jh)

Veranstalter
Mathilde Haentzler & Solène Scherer (Université de Lorraine)
Ausrichter
Université de Lorraine
PLZ
57000
Ort
Metz
Land
France
Findet statt
Hybrid
Vom - Bis
30.05.2024 - 31.05.2024
Deadline
01.12.2023
Von
Solène Scherer, Université de Lorraine

Das Ziel dieses Nachwuchskolloquium ist, die Kontakte, die Austausche und die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen AkteurInnen im Bereich des Kulturerbes zu untersuchen. HistorikerInnen, Kunsthistoriker:innen, Architekten:innen, Stadtplaner:innen, Gesetzgeber:innen, Kunstkritiker:innen, Akademiker:innen - diese Akteur:innen haben zur Entwicklung vielfältiger, sich ergänzender, aber oft zu stark voneinander abgeschotteter Studienfelder beigetragen.

Kontakte, Austausch und Auseinandersetzung von TheoretikerInnen und PraktikerInnen aus den Bereichen Architektur, Kunst und Denkmalpflege (18.-21. Jh)

In einem Interview erinnert sich Bernard Toulier 2021 an die Schwierigkeiten, die er während einer europäischen Mission beim Umgang mit Begriffen aus dem Bereich des „patrimoine“ hatte, da Konzeptionen, Wortschatz, Ausbildung und Praktiken so sehr von nationalen Besonderheiten geprägt sind.

Naiv dachte ich damals, es gäbe nur eine einzige Art, das „patrimoine“ zu betrachten, ein neuer Begriff, der in den 1980er Jahren in Frankreich aufkam. [...] Und nun hatte ich zwanzig Leute vor mir, die genau das Gegenteil dachten, indem sie die Anordnung dieser französischen Werte des Kulturerbes umkehrten! [...] Wir sahen die Grenzen der nationalen Egozentrik: Wir waren größtenteils mit Methoden vertraut, die letztlich eine nationale Kunstgeschichte vertraten. Wie sollte man also ausgehend von einer nationalen Geschichte ein gemeinsames Kulturerbe aufbauen?

Obwohl es seit mehr als einem Jahrhundert internationale Konventionen und Chartas gibt, die einen gemeinsamen Blick auf diese Fragen vorschlagen, scheint es unmöglich, die Denkmalpflege und das Kulturerbe unter einem einzigen Blickwinkel zu betrachten. Vielleicht ist es gerade die Vielfalt der Ansätze, die den Aufbau eines transdisziplinären und transnationalen Begriffs des patrimoine oder Kulturerbes ermöglicht.

Das Ziel dieses Kolloquiums ist, die Kontakte, die Austausche und die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen AkteurInnen im Bereich des Kulturerbes zu untersuchen. Historiker:innen, Kunsthistoriker:innen, Architekten:innen, Stadtplaner:innen, Gesetzgeber:innen, Kunstkritiker:innen, Akademiker:innen - diese Akteur:innen haben zur Entwicklung vielfältiger, sich ergänzender, aber oft zu stark voneinander abgeschotteter Studienfelder beigetragen.

Während im 18. Jahrhundert die Wahrnehmung von Werken, Stätten und Artefakten der Vergangenheit die Problematik der Erhaltung, Restaurierung und Rekonstruktion früherer Zeugnisse aufkommen ließ, wurden diese Fragestellungen im 19. Jahrhundert von nationalen Ideologien geprägt, da es die Zeit der Bildung der Nationalstaaten war. Die großen Konflikte des 20. Jahrhunderts und das Ausmaß der daraus resultierenden Zerstörungen führten zu einem gemeinsamen und kollektiven Nachdenken über den Platz des Kulturerbes innerhalb der Gesellschaften. Heute arbeiten die Staaten auf verschiedenen Ebenen an diesen Fragen, mit eigenen Gesetzen, aber auch durch kollektive Arbeitsorgane auf europäischer Ebene oder im Rahmen der Vereinten Nationen.

Der Fokus liegt darauf, die Auswirkungen des Austauschs und seiner Rezeption auf die Entwicklung von Doktrinen für die Denkmalpflege von Kunstwerken und historischen Denkmälern, sowohl auf staatlicher als auch auf internationaler Ebene zu messen. Das Verlagern von Werken, sowie die Mobilität von der PraktikerInnen ist ebenfalls Teil dieser Überlegungen und wird in die Thematik des Kulturtransfers eingebunden.

Es gibt zwar Forschungen, die sich vom 18. Jahrhundert bis zum heutigen Tag mit der Entwicklung der Ausbildung und der Politik im Bereich der Erhaltung, des Schutzes und der Erhaltung des kulturellen Erbes befassen, doch nur wenige Studien haben sich mit dem kooperativen, freundschaftlichen oder konfliktreichen Austausch zwischen TheoretikerInnen und PraktikerInnen der einzelnen Ländern auseinandergesetzt. Dabei haben ForscherInnen, wie Michael S. Falser oder Michaela Passini , die Politik und den Diskurs über Denkmäler, Denkmalpflege, Kulturerbe und Kultur untersucht, die auch in Bezug auf die in den Nachbarländern herrschenden Politik konstruiert wurden.

Dieses Kolloquium beabsichtigt, sich auf diese transdisziplinäre Ebene zu konzentrieren und dabei die Pluralität der positiven, negativen, einvernehmlichen oder konfliktreichen Austausche zwischen den AkteurInnen der Künste, der Denkmalpflege und des Kulturerbes zu betonen. Die Veranstaltung bietet auch die Gelegenheit, über geeignete Methoden nachzudenken, um die Auswirkungen dieses Austauschs, sowohl auf die Praxis der Denkmalpflege und als auch auf ihre theoretischen Fragestellungen zu bewerten, zu kommentieren und zu messen.

Obwohl wir uns besonders für den französisch- und deutschsprachigen Raum interessieren, sind andere europäische Staaten nicht ausgeschlossen: Die sich in den letzten Jahrhunderten verändernden Grenzen Europas und die Mobilität von Gütern und Personen bieten eine ergänzende Perspektive für den Austausch zu Fragen des Kulturerbes über feste (staatliche) Grenzen hinaus. Wir möchten daher die Rolle dieses Austauschs bei der Entwicklung von Doktrinen und Politik in Bezug auf Denkmäler, Denkmalpflege, Kulturerbe und Kunstwerke auf verschiedenen Ebenen - lokal, national und international - hinterfragen. Außerdem sollen der Inhalt und die Entwicklung dieser Kontakte zwischen verschiedenen internationalen AkteurInnen im Zuge der Konstruktion und der Institutionalisierung der Wissenschaften des Kulturerbes, der Denkmalpflege und der Kunst miteinander verglichen werden.

Das Nachwuchskolloquium bietet vier Schwerpunkte an:

1) Beziehungen, Übereinstimmungen und Foren
Der Austausch zwischen bestimmten TheoretikerInnen, sowie PraktikerInnen im Bereich des kulturellen Erbes haben auch die Verbreitung von Ideen und die Entwicklung von Strukturen von einem Land zum anderen ermöglicht. Ein erster Schwerpunkt des Kolloquiums handelt vom Austausch, in Form von Korrespondenz, aber auch von Stellungnahmen in Fachzeitschriften.

Die gegenseitigen Beziehungen zwischen KonservatorInnen, ArchäologInnen, ArchitektInnen usw. fördern die Erforschung und Erhaltung und des kulturellen Erbes. Die von Adolphe-Napoléon Didron herausgegebenen Annales archéologiques ermöglichten vielen ausländischen AkteurInnen, sich mit ihren europäischen KollegInnen über diese Themen auszutauschen. Der Austausch hilft auch, die Entstehung von ähnlichen wissenschaftlichen, bzw. staatlichen Strukturen zu begünstigen, an denen es damals noch fehlte. Schließlich haben solche Beziehungen erlaubt, die Organisation transnationaler Institutionen, AkteurInnen im Bereich der Denkmalpflege und des Kulturerbes über nationale Zugehörigkeiten hinweg zusammenzubringen - insbesondere nach den großen Konflikten des 20. Jahrhunderts.

Im umgekehrten Fall sind der Widerstreit zwischen Georg Dehio , einem deutschen Kunsthistoriker, und Alois Riegl, dem damaligen Generalkonservator der österreichischen Monarchie, oder die unterschiedlichen Auffassungen von Eugène Viollet-le-Duc und John Ruskin Beispiele für die gegensätzlichen Positionen, die jeweils ein bestimmtes Verständnis von Denkmalpflege widerspiegeln, das – wie es scheint – der national-politischen Ideologie des jeweiligen Staates entspricht.

2) Stätten, Orte, Institutionen und Strukturen der Begegnung
Das Kolloquium bietet auch einen Schwerpunkt, der sich mit den Orten der Begegnung, der Debatten und des Austauschs zu den Themen der Denkmalpflege und des Kulturerbes befasst. Diese Stätten haben zum Wetteifern um entsprechende Fragenstellungen beigetragen und einen unbestreitbaren Einfluss auf die Entwicklung von Studien über das Kulturerbe und die Denkmalpflege gehabt: Museen, Akademien, Universitäten, Kongresse, Gelehrtengesellschaften, internationale Organisationen, Weltausstellungen, ...

Die Frage nach der geografischen Lage und den Besonderheiten dieser Treffpunkte und Institutionen ist ein entscheidendes Untersuchungsfeld für das Verständnis des Austauschs über Themen des Kulturerbes: Sprechen die Menschen in einer Akademie und einer Gelehrtengesellschaft dieselbe Sprache? Wie prägen die Kongresse anschließend die akademische Forschung? Wie lassen sich die Interferenzen und Interaktionen an einigen dieser Orte verstehen, je nachdem, ob sie beständig sind - Museum, Akademie, Universität - oder nur ‚kurzzeitig‘ stattfinden - Kongress, Studientag, Versammlung?

Neben der Teilnahme von HistorikerInnen, DenkmalpflegerInnen, KunsthistorikerInnen, usw. aus verschiedenen Staaten würde dieser Schwerpunkt zeigen, dass es bereits vor Treffen anlässlich der großen Konferenz zu internationalen Chartas (Athen, Venedig, Nara…), den Austausch über Denkmäler auf transnationaler Ebene gab, eine Gelegenheit, die Auswirkungen auf die Politik des Schutzes, der Erhaltung und der Restaurierung von Denkmälern in Europa zu hinterfragen.

Neben den großen internationalen Architektur- und Denkmalschutztreffen – Athen 1931, Venedig 1964 – sind auch kleinere Veranstaltungen für unser Kolloquium interessant, wie etwa die Konferenz der Kunsthistoriker, die im Rahmen der Wiener Weltausstellung 1873 von Rudolf Eitelberger von Edelberg organisiert worden war, oder die Tagungen für Denkmalpflege, die ab 1900 vom Deutschen Reich mitgetragen wurden und an denen sich Denkmalpflegerinnen aus ganz Europa trafen . In den 1930er Jahren zeugt die Zunahme von Konferenzen - Athen, Madrid, die Konferenzen des CIAM – davon, dass moderne Denkmalpflege und Museologie gemeinsam, dauerhaft und universell gedacht werden sollten. Das Kolloquium wird daher die Gelegenheit bieten, diese Orte des Austauschs, ihre Dynamik und ihre Folgen zu hinterfragen.

3) Veröffentlichungen, Ausgaben, Übersetzungen
Ein weiterer Schwerpunkt wird sich mit der Verbreitung und Rezeption von Fachpublikationen über das Kulturerbe befassen, seien es Zeitungen, Annalen, Monographien, Festschriften, etc. Dabei kann es sich um lokale Publikationen handeln, wie z. B. die Mittheilungen der kaiserl. königl. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, die ab 1856 veröffentlicht wurden, die verschiedenen Bulletins der Gesellschaften für Denkmalpflege oder solche mit nationaler Ausrichtung wie Die Denkmalpflege, eine ab 1899 veröffentlichte Zeitschrift, die in der Folge in vielen Universitätsbibliotheken in der ganzen Welt zu finden war . Wir werden uns auch mit transnationalen Zeitschriften beschäftigen, die von kooperierenden Organisationen wie dem Institut International de Coopération Intellectuelle (IICI) und dem Office International des Musées getragen werden: zum Beispiel die Zeitschrift Mouseion , die von 1927 bis 1940 veröffentlicht wurde.

Die Übersetzung von Texten in andere Sprachen wird ebenfalls im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Das von Eugène Viollet-le-Duc verfasste Dictionnaire raisonné de l'architecture wurde ab 1869 mit einem zweisprachigen, französisch-deutschen Inhaltsverzeichnis, aber ohne Übersetzung der Einträge veröffentlicht - die erste vollständige Übersetzung des Lexikons erschien erst 1993 . Für viele Texte gab es keine oder sehr späte erfolgte Übersetzungen . Die erste französische Ausgabe von Alois Riegls Der moderne Denkmalkultus erschien 1984 , das heißt erst 81 Jahre nach der deutschen Veröffentlichung. Diese Ausgabe enthält Übersetzungsfehler, die zu falschen Auslegungen von Riegls Auffassungen zu den Denkmalwerten geführt haben . Die Verkennung, bzw. die Unkenntnis des österreichischen kulturellen Kontexts der Denkmalpflege, sowie die nationalistische Sichtweise der Konzepte von Kulturerbe und Denkmal, die durch das kulturelle Klima in europäischen Nationalstaaten wie Frankreich geprägt ist, erklärt zum Teil die Fehlinterpretation von Riegls Denkmalschutzbegriff, der für die Entwicklung der kritischen Denkmalpflege von entscheidender Bedeutung ist. Wir möchten die Fragen rund um die Publikationen, ihre Verbreitung und Rezeption erkunden, um ihre Wirkung zu messen.

4) Mobilität von Werken, Mobilität von Menschen
Den letzten Schwerpunkt bildet schließlich das Thema der Mobilität, von Werken wie auch von den KuratorenInnen oder KunsthistorikerInnen. Abgesehen von Plünderungen, Verkäufen und der Verlagerung von Werken in mehr oder weniger legalen Fällen , scheint es notwendig, auch die Mobilität von Personen, ihre Teilnahme an Konferenzen, ihre Studienaufenthalte oder sogar ihre Einsätze etwa im Rahmen der Festlegung neuer Grenzen nach Konflikten zu hinterfragen. Die Verlagerung von Werken und Personen führt zu einer Erneuerung der Auffassung, die wiederum eine neue Perspektive auf die Denkmäler eröffnet. Die Neudefinition der Grenzen, die aus den Weltkriegen und dem Kalten Krieg herrührten, führte zu neuen Arbeitsweisen für DenkmalpflegerInnen und beeinflusste deren Zugang zu Denkmälern.

Dank der Verbreitung postkolonialer Theorien in den letzten Jahrzehnten wurden neue kritische Auseinandersetzungen mit dem kolonialen Kulturerbe ermöglicht, in deren Mittelpunkt Enteignungen und die Enteignung des kulturellen Erbes stehen. Diese neuen Fragestellungen führen zu neuen Wegen der Auseinandersetzung mit Fragen des Kulturerbes und der Zusammenarbeit und Auseinandersetzung zwischen Denkmalpflegerinnen und Kuratorinnen aus verschiedenen Staaten.

Modalitäten für die Einreichung von Vorschlägen
Die Vortragsvorschläge sollten neben einer Zusammenfassung des geplanten Beitrags (max. 500 Wörter) eine kurze Bio-Bibliografie sowie die institutionellen Kontaktdaten enthalten. Das Kolloquium wird auf Deutsch und Französisch abgehalten. Referatsvorschläge können in einer der beiden Sprachen eingereicht werden und müssen bis zum 1. Dezember 2023 an folgende E-Mail-Adressen gesendet werden:

mathilde.haentzler@uha.fr
solene.scherer@univ-lorraine.fr

Das Kolloquium wird in hybrider Form abgehalten, sowohl auf dem Campus du Saulcy (Amphithéâtre Simone Veil) in Metz, Université de Lorraine, als auch online, am 30. und 31. Mai 2024. Die Reisekosten können den TeilnehmerInnen, die anreisen, gegen Vorlage der Fahrscheine erstattet werden. Das Organisationskomitee übernimmt die Kosten für die Mahlzeiten (Mittags- und Kaffeepausen) für die gesamte Gruppe.

Wissenschaftliches Komitee:
- Sylvie Arlaud, Sorbonne Université
- Gabriele Dolff-Bonekämper, Technische Universität zu Berlin
- Michael Falser, Technische Universität München
- Godehard Janzing, Universität Marburg
- Dominique Poulot, Université Panthéon-Sorbonne

Bibliografie:
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Arnoux, Mathilde, Gaehtgens, Thomas W., Kitchen, Friederike, Hrsg., Perspectives croisées, La critique d'art franco allemande 1870-1945, Paris, Maison des sciences de l'homme, 2009
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Pomian, Krzysztof, Le musée, une histoire mondiale, Bd. 3, Paris, Gallimard, 2022
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Savoy, Bénédicte, Patrimoine annexé. Les biens culturels saisis par la France en Allemagne autour de 1800, Paris, Éditions de la Maison des Sciences de l'Homme, 2003.
Valland, Rose, Le front de l'art: défense des collections françaises, 1939-45.

Contacts, échanges et confrontations des théoricien·ne·s et praticien·ne·s de l’architecture, de l’art et de la conservation-restauration en Europe du XVIIIe siècle à nos jours

Lors d’un entretien en 2021, Bernard Toulier se rappelle des difficultés rencontrées lors d’une mission européenne, en abordant les notions du patrimoine, tant les conceptions, les vocabulaires, les formations et les pratiques sont empreints de spécificités nationales.

Naïvement, je pensais alors qu’il n’y avait qu’une seule façon de voir le « patrimoine », concept récent apparu en France dans les années 1980. […] Et j’avais désormais vingt personnes devant moi qui pensaient totalement le contraire en inversant l’ordre de ces valeurs patrimoniales à la française! […] On a vu alors les limites des égocentrismes nationaux: nous étions en grande partie issus de méthodes qui prônaient au final une histoire de l’art national. Comment alors, à partir d’une histoire nationale, construire un patrimoine commun?

Alors qu’existent depuis plus d’un siècle des conventions et des chartes internationales proposant un regard commun sur ces questions, envisager le patrimoine d’un seul et même regard semble impossible. C’est peut-être justement dans la multiplicité des approches que se joue la construction d’une notion transdisciplinaire et transnationale du patrimoine.

Ce colloque a pour objectif d’interroger les contacts, échanges et confrontations qu’ont pu entretenir les différents acteurs de ce que nous nommons en français le patrimoine. Historien·ne·s, historien·ne·s de l’art, architectes, urbanistes, législateur·ice·s, critiques d’art, universitaires, ces acteurs et actrices ont contribué à l’élaboration de champs d’études variés, complémentaires, mais souvent trop cloisonnés les uns par rapport aux autres.

Alors qu’au XVIIIe siècle le regard porté sur les œuvres, les sites et les artéfacts du passé fait émerger les problématiques de conservation, de restauration et de reconstruction de témoignages antérieurs, le XIXe siècle teinte ces questionnements d’idéologies nationales, en pleine période de formation des États-nations. Les grands conflits du XXe siècle, et l’ampleur de destructions qui en résultent ont engendré une réflexion commune quant à la place du patrimoine au sein des sociétés. Aujourd’hui, les États travaillent sur ces questions à différentes échelles, grâce à des législations propres, mais aussi des organes de travail collectif au niveau de l’Europe ou des Nations Unies.

Il est question de mesurer l’impact des échanges et leur réception sur la construction des doctrines de conservation et de restauration des œuvres et des monuments d’art et d’histoire à la fois à l’échelle des États, mais aussi au niveau international. Le déplacement tant des œuvres que des praticien·ne·s participe également à cette réflexion et s’intègre dans la thématique des transferts culturels.

S’il existe des ouvrages ayant traité du développement des doctrines et des politiques en matière de conservation, protection et restauration du patrimoine, du XVIIIe siècle à nos jours, peu ont traité les échanges, qu’ils soient coopératifs, amicaux ou conflictuels entre les théoricien·ne·s et praticien·ne·s de chaque pays. Pourtant, comme l’ont montré Michael S. Falser , Michaela Passini ou encore Sylvie Arlaud , les politiques et les discours sur les monuments, le patrimoine et la culture se sont aussi construits par rapport à celles mises en place dans les pays voisins.

Ce colloque sera l’occasion de se concentrer sur ces champs transdisciplinaires, en mettant l’accent sur la pluralité des échanges positifs, négatifs, collaboratifs ou conflictuels entre les acteurs et les actrices des arts et du patrimoine. Il offrira également l’opportunité de réfléchir aux méthodologies appropriées pour évaluer, commenter et mesurer l’impact de ces échanges tant sur la pratique de la conservation-restauration que sur les questionnements théoriques.

Les espaces francophones et germanophones nous intéressent tout particulièrement, sans pourtant exclure les autres États européens, au regard, d’une part, des frontières mouvantes de l’Europe durant ces derniers siècles; et d’autre part, car les mobilités des biens et des personnes ont porté les échanges sur les questions de patrimoine au-delà de frontières fixes. Nous souhaitons ainsi questionner le rôle de ces échanges dans l’élaboration des doctrines et politiques en matière de monuments, de patrimoine, d’œuvres d’art, à plusieurs échelles: locales, nationales, internationales. Il s’agira également de comparer la teneur et l’évolution de ces contacts entre différents acteurs internationaux au fur et à mesure que se construisent et s’institutionnalisent les sciences du patrimoine, de la culture et de l’art.

Le colloque junior proposera quatre axes principaux:

1) Relations, correspondances et tribunes
Les échanges entre certains théoricien·ne·s et praticien·ne·s du patrimoine ont aussi permis la diffusion d’idées et le développement de structures d’un pays à l’autre. Un premier axe du colloque sera ainsi consacré aux échanges, qu’ils prennent la forme de correspondances, mais aussi de prises de position dans des journaux spécialisés.

Il peut parfois s’agir de relations d’entraide entre conservateurs, archéologues, architectes, etc., qui ont facilité l’étude du patrimoine et la mise en place de sa conservation et de sa protection. Les Annales archéologiques, publication d’Adolphe-Napoléon Didron ont permis à de nombreux acteurs étrangers et actrices étrangères d’échanger avec leurs homologues et collègues européens sur ces questions, et d’accompagner la création de structures similaires dans les États en manquant alors. Enfin, l’organisation d’institutions transnationales a permis de fédérer les acteurs et actrices du patrimoine autour de la question, transcendant les appartenances nationales — notamment, au lendemain des grands conflits du XXe siècle.

À l’inverse, il est essentiel d’interroger les rapports conflictuels, dans une logique politique où deux États qui s’opposent politiquement sur le plan des idées : les échanges par biais de publications entre Georg Dehio , historien de l’art allemand, et Alois Riegl , conservateur général dans l’empire autrichien, ou les avis divergents exprimés par Eugène Viollet-le-Duc et John Ruskin illustrent bien ses positions opposées, qui reflètent chacune une conception de la conservation des monuments historiques propre à l’idéologie politique derrière leur État.

2) Lieux, institutions et structures de rencontres
Le colloque proposera aussi un axe abordant les lieux de rencontres, de débats et d’échanges autour du patrimoine, qui ont participé à l’émulation autour des questions patrimoines et ont eu une empreinte indéniable sur l’élaboration des études sur le patrimoine : musées, académies, universités, congrès, sociétés savantes, organisations internationales, expositions universelles…

La question de la situation géographique et des spécificités de ces lieux et institutions de rencontre constituent un champ d’étude déterminant pour la compréhension des échanges autour des thématiques du patrimoine : parle-t-on de la même manière dans une académie et une société savante ? Comment les congrès imprègnent-ils ensuite les recherches universitaires ? Comment comprendre les interférences et interactions dans certains de ces lieux, selon leur pérennité – musée, académie, université – ou leur tenue éphémère – congrès, journée d’étude, rassemblement – ?

Outre la participation de conservateurs de différents États, cet axe donnera à voir la préexistence des échanges sur la question des monuments à une échelle transnationale avant les grandes conférences ayant menées aux chartes internationales et d’en interroger les conséquences au sein des politiques de protection, de conservation et de restauration des monuments en Europe. Au-delà des grandes rencontres architecturales et patrimoniales internationales — Athènes en 1931, Venise en 1964 — citons aussi des événements à plus petite échelle, comme la conférence des historiens de l’art, organisée dans le cadre de l’Exposition universelle de Vienne en 1873 par Rudolf Eitelberger von Edelberg ou les congrès des restaurateurs, Tag für Denkmalpflege, co-portés avec l’empire allemand à partir de 1900, où se rencontrent des conservateurs de toute l’Europe . Dans les années 1930, la multiplication des conférences — Athènes, Madrid, les conférences du CIAM — témoigne de la volonté de travailler collectivement à construire une conservation-restauration pérenne et universelle. Le colloque sera donc l’occasion d’interroger ces lieux d’échanges, leur dynamique et leur héritage.

3) Publications, éditions, traductions
Un autre axe traitera de la diffusion et la réception de publications spécialisées sur le patrimoine : journaux, annales, monographies, brochures commémoratives (Festschrift), etc. Il peut s’agir de publications locales, comme les Mittheilungen der kaiserl. königl. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, publiées à partir de 1856, les différents bulletins des sociétés pour la conservation des monuments historiques ou à échelle plus nationale , comme Die Denkmalpflege, revue publiée dès 1899 que l’on retrouve par la suite dans plusieurs bibliothèques universitaires du reste du monde . Cela s’étend également aux revues transnationales portées par des organisations de coopération comme l’Institut International de Coopération Intellectuelle (IICI) et de l’Office Internationale des Musées, à l’origine de la revue Mouseion , publiée de 1927 à 1940.

La traduction d’ouvrages dans d’autres langues sera aussi au cœur des réflexions. Le Dictionnaire raisonné de l’architecture, rédigé par Eugène Viollet-le-Duc a été diffusé à partir de 1869 avec un sommaire bilingue, franco-allemand, mais aucune traduction des entrées — la première traduction complète du dictionnaire ne voit le jour qu’en 1993 . De nombreux textes n’ont connu aucune traduction ou des traductions tardives. La première édition en français en 1984 , soit 81 ans après sa première parution en allemand du Culte moderne des monuments , texte d’Alois Riegl, comporte des partis-pris de traduction ayant induit des faux-sens quant aux intentions de Riegl au sujet des valeurs des monuments . La méconnaissance du contexte culturel autrichien des monuments historiques, couplée à une vision nationaliste du concept de patrimoine induite par le climat culturel des États-nations européens comme la France, explique en partie la mésinterprétation des réflexions de Riegl, pourtant cruciales pour le développement de la conservation-restauration critique . Nous souhaitons explorer les enjeux autour des publications, leur diffusion et leur réception, afin d’en mesurer leur impact.

4) Mobilités des œuvres, mobilités des personnes
Enfin, la question de la mobilité, tant des œuvres que des conservateurs et conservatrices ou historiens et historiennes de l’art constituera le dernier axe. Au-delà des pillages, des ventes, du déplacement d’œuvres dans des cas plus ou moins légaux , il paraît nécessaire d’interroger aussi les mobilités des personnes, leur participation à des conférences, leurs séjours d’étude ou même leurs affectations — dans le cadre de la définition de nouvelles frontières après des conflits. Le déplacement des œuvres et des personnes engage de fait un renouvellement du regard, qui enclenche alors une perspective nouvelle sur les monuments. La redéfinition des frontières héritées des guerres mondiales et de la guerre froide a entraîné de nouvelles manières de travailler pour des conservateurs et conservatrices, impactant leur approche aux monuments, alors que les politiques patrimoniales portées par les États pouvaient drastiquement évoluer, pour répondre aux besoins des gouvernements.

Depuis quelques décennies, le développement de théories postcoloniales apporte de nouvelles possibilités de regard critique sur l’héritage culturel colonial et s’empare également des problématiques liées au patrimoine, au cœur desquelles, les spoliations et la dépossession d’un patrimoine culturel. Ces nouveaux questionnements engagent de nouvelles manières d’aborder les questions patrimoniales, mais aussi de collaborer entre les conservateurs et conservatrices de différents États.

Modalités de soumission des propositions
Les propositions de communication devront comporter en plus du résumé de la contribution envisagée (max. 500 mots) une courte bio-bibliographie, ainsi que les coordonnées institutionnelles. Le colloque se déroulera en français et en allemand, les propositions de communication peuvent se faire dans l’une des deux langues. Les propositions de communication devront être envoyées jusqu’au 1er décembre 2023 aux adresses mail suivantes :

mathilde.haentzler@uha.fr
solene.scherer@univ-lorraine.fr

Le colloque sera tenu en hybride, à la fois sur le campus du Saulcy, Amphithéâtre Simone Veil à Metz, Université de Lorraine et en ligne, les 30 et 31 mai 2024. Des démarches seront entreprises pour pouvoir défrayer les intervenant·e·s. Le comité d’organisation prendra en charge les frais de repas (pauses déjeuner et café) pour l’ensemble du groupe.

Comité scientifique :
- Sylvie Arlaud, Sorbonne Université
- Gabriele Dolff-Bonekämper, Technische Universität zu Berlin
- Michael Falser, Technische Universität München
- Godehard Janzing, Universität Marburg
- Dominique Poulot, Université Panthéon-Sorbonne

Bibliographie
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Kontakt

Mathilde Haentzler mathilde.haentzler@uha.fr
Solène Scherer solene.scherer@univ-lorraine.fr

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